HRV – GENIAL EINFACH!

Mehr als eine Software – eine starke Beziehung zum Patienten.

Therapiemöglichkeiten

Es gibt viele Möglichkeiten, eine autonome Dysbalance zu therapieren, da die Therapiewirksamkeit mit der VNS Analyse jederzeit überprüft und kontrolliert werden kann.

Das therapeutische Ziel bei einer Regulationsstörung sollte die Wiederherstellung der vegetativen / autonomen Balance sein.

Einige Therapiebeispiele zur Verbesserung der autonomen Regulation (unter anderem Empfehlungen von Anwendern der VNS Analyse)

 

  • MITOVIT® Hypoxie Training
  • Vagusvit© Infusion
  • Vagusvit© Atemtrainer
  • STRESSRESIST®
  • Akupunktur
  • TCM
  • Homöopathie
  • Entgiftung
  • Oxyvenierung
  • Ernährungsberatung
  • Orthomolekulare Medizin
  • Magnesium
  • Kalium
  • Coenzym Q10
  • Biofeedback
  • Craniosakral Therapie
  • Autogenes Training
  • Neuraltherapie
  • Psychotherapie
  • Osteopathie
  • Sport/Bewegung
  • Progressive Muskelentspannung
  • Achtsamkeitstraining
  • Autogenes Training – Yoga Meditation usw.

VNS Analyse

Definition & Geschichte

Die VNS Analyse misst über die Herzfrequenzvariabilität (HRV) das vegetative Nervensystem.

Die VNS Analyse zeigt einfach, schnell und weltweit wissenschaftlich anerkannt wie unser vegetatives Nervensystem (VNS) reguliert und funktioniert. Das VNS mit seinen beiden Hauptnerven Sympathikus und Parasympathikus, auch Vagus genannt, ist eine übergeordnete Steuerzentrale im Körper, welche untergeordnete Prozesse und alle Vitalfunktionen wie  Blutdruck, Atmung, Herzfrequenz, Immun-, Hormon- und Verdauungssystem, Energiebereitstellung usw. steuert und reguliert.

Die Logik der VNS Analyse

Wenn ein übergeordnetes System untergeordnete Systeme steuert und reguliert, ist der Funktionszustand des übergeordneten Systems der wichtigste diagnostische Parameter.

Einleitung VNS Analyse

Das Herz rückt bei der VNS Analyse in den Mittelpunkt. Da es direkt von Sympathikus und Parasympathikus über das Reizleitungssystem gesteuert wird, dient es bei der VNS Analyse als Erfolgsorgan um das vegetative Nervensystem zu messen.
Da vom Sympathikus und Parasympathikus innere und äußere Reize registriert und verarbeitet werden, folgen sinnvolle Reaktionen (Regulation) um den Organismus bestmöglich auf die aktuellen Bedürfnisse vorzubereiten (z.B. akute Gefahr = Energiebereitstellung).
Eine Störung des VNS mit überaktivem Sympathikus und hypoaktivem Parasympathikus wird physiologisch und zwangsläufig zu einer geänderten Erregung des Herzens führen. Dadurch wird die Herzfrequenzvariabilität (Abstand von Herzschlag zu Herzschlag) entsprechend verändert und ist somit messbar!

Der chinesische Arzt Wang Shu-he dokumentierte dies in seinen Schriften „Mai Ching“/“The Knowledge of Pulse Diagnosis“ (heute ein „Puls-Klassiker“). Er schrieb einen Satz nieder, der in der heutigen Zeit vielfach zitiert wird:

Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben.

Weitere Meilensteine der VNS-Analyse / HRV-Analyse

 

  • 1891– Müller zeigt bei Herzkranken geringeren Anstieg der HF auf Atropin
  • 1927 – Winterberg und Wenkelbach beschreiben die respiratorische Sinusarrhythmie
  • 1965 – Hon und Lee beschreiben Veränderungen der RR-Intervalle beim „fetal distress“
  • 1972 – Hinkel et al. zeigen erhötes Herztodrisiko bei reduzierter respiratorischer Sinnusarrhythmie
  • 1978 – Wolf et al. beschreiben Zusammenhang zwischen HRV und Infarktmortalität
  • 1981 – (Akselrod et al. 1981) „Die Spektralanalyse der HRV ist bedeutsam als nicht-invasive, quantitative Kenngröße der Funktionalität kardiovaskulärer Regelkreise
  • 1990 – Die HRV Analyse findet Eingang in die klinische Kardiologie und Diabetologie
  • 2000 – Die HRV wird Bestandteil der Risikostratifikation für den plötzlichen Herztod
  • 2007 – Die Commit GmbH wird gegründet und entwickelt die VNS Analyse
  • 2010 – Die HRV Analyse wird in das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien im Bereich Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter aufgenommen
  • 2016 – Die internationale Gesellschaft für autonome Funktionsdiagnostik und Regulationsmedizin e.V., kurz IGAF, wird gegründet

 

Der Wissenschaftler v. Hering prohezeite 1925:

„Die weise Benutzung des vegetativen Systems wird einmal den Hauptteil der ärztlichen Kunst ausmachen.“

Dr. Johann Diederich Hahn-Godeffroy:

„Das Vegetativum, die Balance aus Anspannung und Entspannung, harmonisch in der Waage zu halten, bedeutet: Lebenskunst.“

Zeitbasierte, nicht lineare und frequenzbasierte Parameter

Zeitbasierte HRV Parameter

RR: Abstand zweier Herzschläge (R-Zacken im QRS-Komplex / EKG). Die Abkürzung RR kann im Deutschen zu Missverständnissen führen, da damit auch der Blutdruck gemeint sein kann.

NN: Abstand zweier Herzschläge (normal to normal)

SDNN: Standardabweichung aller NN-Intervalle, der SDNN gibt einen Mittelwert der Variabilität an und besteht aus Anteilen vom Sympathikus und Parasymapthikus. Man kann den SDNN auch als Gesamtvariabilität oder total power bezeichnen. Für den Patienten kann man ihn als Gesamtenergie des Regulationssystems bezeichnen.

SDANN: Standardabweichung des Mittelwertes der NN-Intervalle in allen Fünf-Minuten der gesamten Aufzeichnung, (höhere Werte weisen auf vermehrte parasympathische Aktivität hin)

SDANN-i: Standardabweichung des mittleren normalen NN-Intervalls für alle Fünf-Minuten-Abschnitte bei einer Aufzeichnung von 24 Stunden, (höhere Werte weisen auf vermehrte parasympathische Aktivität hin)

r-MSSD: Quadratwurzel des quadratischen Mittelwertes der Summe aller Differenzen zwischen benachbarten NN-Intervallen (höhere Werte weisen auf vermehrte parasympathische Aktivität hin)

SI: Stressindex, spiegelt die sympathische Aktivität wider

pNN50: Prozentsatz der Intervalle mit mindestens 50 ms Abweichung vom vorausgehenden Intervall (höhere Werte weisen auf vermehrte parasympathische Aktivität hin)

SDSD: Standardabweichung der Differenzen zwischen benachbarten NN-Intervallen

NN50: Anzahl der Paare benachbarter NN-Intervalle, die mehr als 50 ms voneinander in der gesamten Aufzeichnung abweichen, (höhere Werte weisen auf vermehrte parasympathische Aktivität hin)

Es gibt noch viele weitere HRV Parameter. Viele dieser Parameter sind jedoch redundant.
Bei der VNS-Analyse werden die wichtigsten Zeitbereichsparameter RMSSD (Parasympathikus), SI (Sympathikus) und SDNN (Standardabweichung) berechnet und grafisch dargestellt.
Zusätzlich wird der wichtige nicht lineare Parameter Alpha 1 / DFA 1 Wert berechnet, der die Qualität der Regulation und das Zusammenspiel der einzelnen Regelsysteme widerspiegelt.

Nicht lineare HRV Parameter

Alpha 1 oder DFA 1: detrendet fluctuation analysis, trendbereinigte Fluktuationsanalyse.

Der Alpha 1 Wert misst nicht nur rein die zeitlichen Veränderungen in der Herzfrequenzvariabilität (HRV), sondern er misst die Qualität der Regulation.
Durch Überprüfung des HRV Signals nach zufälligen und sich wiederholenden Bereichen kann so festgestellt werden, wie die einzelnen Regelsysteme zusammenarbeiten.

Optimal wäre der Alpha 1 Wert bei 1,0. Dies sagt aus, dass in der Herzfrequenzvariabilität 50 % zufällige Signale auftreten, die auf schnelle Reaktionsfähigkeit hindeuten und 50 % der Signale aus sich wiederholenden Signalen bestehen. Dies deutet auf eine grundlegende Stabilität der Regelsysteme hin.

Alles über 1,0 bedeutet mehr Stabilität und bedeutet eher Kompensationsprozesse in den einzelnen Regelsystemen.

Alles unter 1,0 bedeutet viel Zufälligkeit und weist ab einem Wert von unter 0,8 auf keine gute Zusammenarbeit der Regelsysteme hin. Man kann diesen Zustand auch als Chaos im System bezeichnen.

Ein Beispiel für Stabilität im System ist zum Beispiel die Messung unter getakteter Atmung. Wenn man eine Messung unter einem vorgegeben Atemtakt durchführt kommt es zu einer respiratorischen Sinusarrhythmie, die man sehr schön im Rhythmogramm erkennen kann. Das Signal sieht sehr gleichförmig aus, das bedeutet es ist mehr Stabilität im System vorhanden. Die Regelsysteme arbeiten sehr eng aneinander gekoppelt, es besteht die sogenannte Kohärenz. Unter der Taktatmung steigt der Alpha 1 Wert also zwangsläufig an. Dies ist also nicht negativ zu betrachten sondern zeigt auf, dass die Systeme in Kohärenz treten können.

Frequenzbasierte HRV Parameter

Die reinen RR-Intervalle können durch die FFT (Fast-Fourier-Transformation) in ihre Frequenzanteile zerlegt werden. Es ergeben sich aus dem Signal Frequenzanteile in den Bereichen VLF, LF und HF. Die Gesamtleistung wird in TP (Total Power) angegeben.

Es hat sich gezeigt, dass die frequenzbasierten HRV Parameter (Spektralanalyse) für die Praxis nicht gut geeignet sind, da sie sehr anfällig sind und Parameter wie z.B. der VLF Bereich in einer Kurzzeitmessung nicht ausreichend abgebildet werden können.

Daher beschränken wir uns auf die Zeibereichsparameter, die für eine Kurzzeitmessung valide sind.

VLF – Very Low Frequency
Frequenzbereich: 0,00 – 0,04Hz

LF  – Low Frequency
Frequenzbereich: 0,04 – 0,15Hz

HF – High Frequnecy
Frequenzbereich: 0,15 – 0,4Hz

LF/HF Ratio

Auswertung der Messdaten

HRV Parameter

Rhythmogramm, Histogramm und Streudiagramm

Die Grundlage unserer VNS-Analyse ist die Detektion von 520 R-R Intervallen (je nach Puls zwischen 5 – 10 Minuten) durch einen Brustgurt mit einer Messauflösung von 1ms. Der Patient wird im Sitzen gemessen. Er sollte ähnlich wie beim Blutdruckmessen 10 Minuten vorher zur Ruhe gekommen sein.
Die Übertragung der Daten vom Brustgurt zum Empfänger erfolgt digital per Funk. Die anschließende grafische Darstellung und Berechnung der VNS Hauptparameter übernimmt die Software vollautomatisch.

Die VNS-Analyse wurde optimiert für den täglichen Praxiseinsatz, damit der Arzt, Heilpraktiker oder Therapeut schnell und einfach die Messdaten auswerten und interpretieren kann.

Gute Herzfrequenzvariabilität
Schlechte Herzfrequenzvariabilität

Das Rhythmogramm bildet die Grundlage der Messung des vegetativen Nervensystems. Hier wird die Herzfrequenzvariabilität aufgezeichnet.

Im Rhythmogramm wird jeder einzelne Zeitabstand von Herzschlag zu Herzschlag in Millisekunden (RR Intervall) aufgezeichnet und mit einer Linie verbunden. Insgesamt werden 520 RR Intervalle auf der X-Achse aufgezeichnet.
Auf der Y-Achse wird die Dauer des jeweiligen Herzschlages angezeigt.
Je unterschiedlicher die einzelnen RR Abstände während der Messung sind, umso mehr Variabilität ist im Ryhthmogramm zu erkennen.

Diese Variabiltität ist ein Zeichen von Anpassungsfähigkeit. Sie zeigt auf, dass das vegetative Nervensystem in der Lage ist sich auf innere und äußere Reize einzustellen. Hier wird also anhand des variablen Herzschlages geprüft, ob das vegetative Nervensystem es schafft den Herzschlag je nach Situation zu verändern.
Im Ruhezustand ist dies einmal die Atmung (bei Einatmung schlägt das Herz schneller, bei Ausatmung schlägt das Herz langsamer). Diese atemabhängige Variabilität bezeichnet man als respiratorische Sinusarrhythmie. Diese wird zu einem großen Anteil vom vegetativen Nervensystem, speziell vom Parasympathikus, erzeugt.
Neben der Atmung sind im Ruhezustand noch weitere Einflussfaktoren vorhanden worauf das vegetative Nervensystem den Körper hin einstellt, z.B. arbeitet das Verdauungssystem, wir machen uns Gedanken, wir heben den Arm um uns zu kratzen, wir hören Geräusche. Auf alle diese Situationen muss das vegetative Nervensystem den Körper hin einstellen.

Die Messung wird im Ruhezustand durchgeführt. In diesem Ruhezustand sollte das Rhythmogramm eine große Variabilität aufzeigen, da in Ruhe die Variabilität am größten ist.
Warum die Variabilität in Ruhe am größten ist an einem einfachen Beispiel gut zu erklären:
Unser Herz gibt in Ruhe kein Vollgas um leistungsfähig zu sein, sondern es wird nur so schnell schlagen, wie es gerade notwendig ist (z.B. bei der Einatmung etwas schneller, oder wenn man kurz den Arm hebt um sich zu kratzen). Anschließend wird das Herz sofort wieder langsamer schlagen um Energien zu schonen.

Variabiltät ist ein Zeichen von energieschonendem Arbeiten und guter Anpassungsfähigkeit!

Die Variabilität und ganz speziell die schnellen Wechsel von einem zum nächsten Herzschlag werden überwiegend über den Parasympathikus (Entspannungsnerv, Bremse) moduliert. Der Parasymptahikus reduziert zwar die Herzfrequenz, senkt den Blutdruck, macht uns generell langsamer, aber elektrophysiologisch reagiert der Parasympathikus schneller als der Sympathikus.

Dies ist auch wieder an einem einfachen Beispiel gut zu verstehen:

Die Bremse an Ihrem Auto macht Ihr Auto langsamer. Wenn Sie in Ihrem Auto die Bremse aber voll durchtreten, werden Sie sofort mit dem Kopf nach vorne nicken, weil diese sehr schnell reagiert.
Wenn Sie Vollgas geben (vorausgesetzt Sie fahren keinen Sportwagen) werden Sie nicht schlagartig in die Sitze gedrückt.

große Variabilität = viel Parasympathikus
geringe Variabilität = wenig Parasympathikus

Im zweiten Rhythmogramm sehen Sie so gut wie keine Variabilität, es ähnelt einer geraden Linie. Das bedeutet das Herz gibt Vollgas um leistungsfähig zu sein. Im vegetativen Nervensystem arbeitet überwiegend der Sympathikus und der Parasympathikus befindet sich auf dem Abstellgleis.

Gute Herzfrequenzvariabilität
Schlechte Herzfrequenzvariabilität

Das Histogramm ist eine andere Darstellungsform der aufgezeichneten Herzfrequenzvariabilität.

Im Histogramm werden die gemessenen RR Abstände in feste Zeitbereiche unterteilt, z.B. 900 ms – 950 ms usw. Die prozentuale Häufigkeit der Werte in einem Zeitbereich wird in der Höhe des Balkens sichtbar. Um so mehr Balken in der Breite vorhanden sind, desto variabler schlägt das Herz, desto besser kann das vegetative Nervensystem regulieren.
Wenn Sie hingegen nur einen oder zwei Balken haben bedeutet dies, dass die gemessenen RR-Intervalle fast identisch sind. Dementsprechend gibt das Herz Vollgas um leistungsfähig zu sein. Es passt sich nicht individuell an.

Die Verteilung sollte einer Gaußschen Verteilungskurve ähneln. Andere Verteilungen lassen Rückschlüsse auf eventuelle Rhythmusstörungen zu.

viele Balken = viel Parasympathikus
wenig Balken = wenig Parasympathikus
Gute Herzfrequenzvariabilität
Schlechte Herzfrequenzvariabilität

Das Streudiagramm, oder auch Pointcaré Plot, ist ebenfalls eine andere Darstellung der Herzfrequenzvariabilität.

Ein Punkt im Koordinatensystem ergibt sich aus zwei benachbarten RR-Intervallen. Der erste Wert wird auf der X-Achse und der zweite auf der Y-Achse aufgetragen. Somit ergibt sich aus diesen beiden Werten ein Punkt im Streudiagramm.

Je größer die Streuwolke ist, desto variabler schlägt das Herz, desto besser kann das vegetative Nervensystem regulieren.
Eine stark verdichtete Wolke bedeutet, dass das Herz immer gleichmäßig schlägt und sich nicht mehr individuell anpassen kann. Es gibt Vollgas.

Optimalerweise ähnelt die Streuwolke einer Ellipse. Andere Formen der Wolke lassen Rückschlüsse auf eventuelle Rhythmusstörungen zu.

große Streuwolke = viel Parasympathikus
kleine Streuwolke = wenig Parasympathikus

VNS Parameter

Puls, Alpha 1, SDNN, Sympathikus und Parasympathikus

Die VNS Analyse Professional beinhaltet zwei Darstellungsoptionen. Standardmäßig wird die einfache Patientendarstellung angezeigt. Sie beinhaltet die Parameter Ruhepuls, Körperspannung (Sympathikus) und Körperentspannung (Parasympathikus).

Durch einen Fingertipp können Sie die Therapeutenansicht darstellen mit dem Alpha 1 Wert und dem SDNN (siehe Bilder und Erklärung weiter unten).

Alle dargestellten Parameter werden anhand der Herzfrequenzvariabilität mathematisch berechnet. Diese mathematischen Formeln wurden 1996 von einer tasc force weltweit standardisiert.

Gute vegetative Regulation – Patientenansicht
Schlechte vegetative Regulation – Patientenansicht

Die Ampelfarben im Hintergrund sind mit Normwerten aus weltweiter Literatur hinterlegt. Alle Parameter sollten daher bestenfalls im grünen Normbereich liegen.
Die Werte über den Balken sind die gemessenen Werte während der Messung. Die Werte in Klammern zeigen den Normbereich an.

Mit dem Patienten bespricht man in der Regel den roten und blauen Balken, da diese beiden die Hauptnerven des vegetativen Nervensystems widerspiegeln.

Auf einen Blick können Sie sagen: Es ist alles im grünen Bereich.
oder: Es besteht Handlungsbedarf.

Gute vegetative Regulation – Therapeutenansicht
Schlechte vegetative Regulation – Therapeutenansicht

Die Therapeutenansicht ergänzt die Patientenansicht um zwei weitere Parameter.
Einmal der Alpha 1 Wert und zum zweiten den SDNN.

Der Alpha 1 Wert ist ein zusätzlicher Risikoparameter und gibt die Qualität der Regulation an. Er sollte bestenfalls im grünen Bereich liegen. Je höher er steigt, desto mehr Kompensationsprozesse finden im Körper statt.
Je niedriger er fällt, desto mehr Chaos ist im System und deutet auf ein Zusammenbrechen der Regelsysteme hin.

Am meisten Beachtung sollte man dem Alpha 1 zuwenden, wenn man einen erhöhten Sympathikus und einen erniedrigten Parasympathikus hat. Bei Erhöhung des Alpha 1 zeigt es dem Therapeuten, dass der Körper bereits kompensiert und es eine Frage der Zeit ist, wie lange der Körper dieser Fehlregulation noch standhält.

Wenn der Alpha 1 erniedrigt ist bei einer Dysbalance im vegetativen Nervensystem in Richtung Spannung, zeigen viele Studien, dass dies ein erhöhtes Risiko für das Herz darstellt. Die Regelsysteme können nicht mehr gut zusammenarbeiten,  es besteht Chaos im System und ein deutlich erhöhtes Risiko.

hoher Alpha 1 = Kompensation
niedriger Alpha 1 = Chaos

Der SDNN ist die Standardabweichung, also die Gesamtvariabilität. Umso höher der SDNN steigt, desto größer ist die Variabilität, desto besser ist die Anpassungsfähigkeit des vegetativen Nervensystems.
Je niedriger der SDNN ausfällt, desto geringer ist die Variabilität und somit die vegetative Regulation eingeschränkt.

hoher SDNN = viel Parasympathikus
niedriger SDNN = wenig Parasympathikus

VNS Beispielmessungen

Gute Regulation

Mit dem Patienten bespricht man in der Regel nur die vereinfachte Patientenansicht (3 Balkendarstellung).

Sie können auf einen Blick sagen, dass sich alle Parameter im grünen Bereich befinden.

Dem Patienten erklärt man, dass wir das vegetative Nervensystem gemessen haben. Das vegetative Nervensysten besteht aus zwei Hauptnerven, die unseren ganzen Körper steuern und regulieren. Einmal der Sympathikus, der Spannungsnerv, und einmal der Parasympathikus, der Entspannungsnerv.
Diese beiden Nerven steuern unseren Herzschlag, den Blutdruck, das Hormon- und Immunsystem, die Verdauungstätigkeit, die Geschlechtsorgane, den Muskeltonus usw.

Bei diesem Patienten besteht ein Gleichgewicht der vegetativen Regulation.

Solche Auswertungen können Sie bei Patienten sehen:

– die sich gestresst fühlen, aber der Stress sich noch nicht körperlich manifestiert hat
– die Sport und Entspannungsübungen zum Ausgleich durchführen
– die keinen Stress haben
– deren zu hoher Blutdruck medikamentös gut eingestellt ist
– …

Sehr eingeschränkte Regulation

Regulationsstarre

Mit dem Patienten bespricht man in der Regel nur die vereinfachte Patientenansicht (3 Balkendarstellung).

Sie können auf einen Blick sagen, dass sich alle Parameter im grünen Bereich befinden.

Dem Patienten erklärt man, dass wir das vegetative Nervensystem gemessen haben. Das vegetative Nervensysten besteht aus zwei Hauptnerven, die unseren ganzen Körper steuern und regulieren. Einmal der Sympathikus, der Spannungsnerv, und einmal der Parasympathikus, der Entspannungsnerv.
Diese beiden Nerven steuern unseren Herzschlag, den Blutdruck, das Hormon- und Immunsystem, die Verdauungstätigkeit, die Geschlechtsorgane, den Muskeltonus usw.

Bei diesem Patienten besteht ein Gleichgewicht der vegetativen Regulation.

Solche Auswertungen können Sie bei Patienten sehen:

– die sich gestresst fühlen, aber der Stress sich noch nicht körperlich manifestiert hat
– die Sport und Entspannungsübungen zum Ausgleich durchführen
– die keinen Stress haben
– deren zu hoher Blutdruck medikamentös gut eingestellt ist
– …

Messung vor und nach Atemtaktung

Regulationsstarre

In der ersten Messung sehen Sie, dass der Sympathikus zu hoch und der Parasympathikus zu niedrig ist.
Der SDNN ist auch leicht eingeschränkt, der Alpha 1 befindet sich noch im grünen Bereich.

In der Praxis wird es generell so gehandhabt, dass die Helferin die Messung durchführt. Sie sieht im Anschluss, dass der rote Balken höher ist als der blaue und erklärt dem Patienten, dass jetzt eine zweite Messung direkt im Anschluss stattfindet.

In der VNS Analyse Professional ist eine Atemtherapie integriert, die direkt den Parasympathikus stimuliert. Diese zeigt dem Patienten einfach an, wann er ein- und wann er ausatmen soll, siehe dazu auch das Video zur VNS Analyse Professional.

Die Helferin erklärt dem Patienten, dass man dadurch den Entspannungsnerven stimuliert und so erkennen kann, wie viel Reserven dieser noch hat.

In diesem Beispiel sehen Sie im direkten Vergleich der Balken, dass sich der Sympathikus deutlich reduziert und der Parasympathikus mehr als verdoppelt von 10,6 auf 22,6.

Der Parasympathikus kommt zwar noch nicht ganz in den grünen Bereich, man erkennt aber schnell, dass dieser Patient noch regulationsfähig ist und einfache regulative Therapien relativ schnell Wirkung zeigen müssten.

Wenn der Patient keine Symptome hat und nur über Stress klagt, kann man ihm die Atemtherapie mit dem Vagusvit Atemtrainer als Therapie anbieten. Bei bestehenden Erkrankungen sollte die Atemtherapie als Begleittherapie eingesetzt werden.

Wenn sich durch die getaktete Atmung keine oder nur wenig Verbesserung erzielen lässt, kann man davon ausgehen, dass dieser Zustand relativ manifest ist und man versuchen sollte diese Regulationsstarre wieder aufzuheben.

Im Rhythmogramm sehen Sie, dass sich die Variabilität genau der Atmung anpasst. Es kommt zur respiratorischen Sinusarrhythmie, die maßgeblich mit über den Parasympathikus moduliert wird. Das bedeutet, wenn eine respiratorische Sinusarrhythmie zu erkennen ist, bedeutet dies, dass der Parasympathikus seine Funktion noch aufnehmen kann.

In der Parameter Darstellung sehen Sie ebenfalls, dass der SDNN sich erhöht, weil die Variabilität zunimmt.

Der Alpha 1 Wert sollte sich unter der Atemtaktung erhöhen, weil über die Taktatmung eine Kohärenz in den Systemen geschaffen wird. Da der Alpha 1 über die Struktur im Signal berechnet wird und bei der Taktatmung eine Gleichförmigket entsteht, erhöht sich der Wert. Es ist mehr Stabilität vorhanden, was Sie an einer sehr ruhigen Auf und Abbewegung in der Messung erkennen können. Es sind dort keine zufälligen Signale zu erkennen, die an Chaos erinnern.

Messung mit erforderlicher Korrektur

Bei dieser Messung sagt Ihnen die VNS Analyse automatisch an, dass auffällige Werte aufgezeichnet wurden und es sich empfiehlt die Korrektur zu aktivieren.

Bei der ersten Messung sehen Sie sehr deutlich einen kleinen Peak im Rhythmogramm.
Da die VNS Parameter, besonders der Parasympathikus anhand der Variabilität von einem zum nächsten Herzschlag gemessen wird, werden diese in diesem Falle positiv verfälscht.
Der Alpha 1 wird durch Rhythmusstörungen und Artefakte nach unten verfälscht, da diese chaotisch auftreten.

Nach der automatischen Korrektur sehen Sie, dass der Peak verschwunden ist und sich die Parameter verändert haben.

Daher ist es wichtig sich die Aufzeichnung der Daten anzuschauen.

Bis zu 10 % technische Artefakte und/oder Rhythmusstörungen lassen sich vollautomatisch herausfiltern.
Wenn die Fehlerrate über 10 % liegt, zeigt Ihnen die VNS Analyse einen permanenten Hinweis auf die erhöhte Anzahl von Artefakten/Rhythmusstörungen, da bei über 10 % fehlerhaften Werten eine Auswertung nicht mehr empfohlen wird.

höhergradige Rhythmusstörung –

Messung nicht auswertbar

Bei dieser Messung sehen Sie eine extreme Variabilität im Rhythmogramm, Balken, die das ganze Feld des Histogramms ausfüllen und eine riesigie Streuwolke, die keiner Ellipse ähnelt.

Bei den VNS Parametern sehen Sie einen Parasympathikus, der oben im roten Bereich liegt.
Solche extremem Werte sind in der Regel nicht physiologisch.

Der Alpha 1 liegt bei 0,1 was pyhsiologisch so gut wie nicht vorkommt und ist daher ein Indikator für eventuelle Rhythmusstörungen. Diese treten nämlich völlig chaotisch auf, ohne Struktur, und erniedrigen somit den Alpha 1 Wert.

Es sollte bei solchen auffälligen Werten generell ein EKG geschrieben werden.

Hierbei handelt es sich um höhergradige Rhythmusstörungen bei der eine Filterung nicht mehr möglich ist, da jeder zweite Herschlag eine Extrasystole ist. Diese Messung ist nicht auswertbar.
Die VNS Analyse gibt Ihnen daher einen Hinweis, dass die Messung auffällig ist und noch mal genau geprüft werden sollte.